Mallorca war schon immer eng mit dem Mittelmeer verbunden. Lange bevor die Strände der Insel Reisende aus aller Welt anzogen, bestimmte das Meer bereits den Arbeitsalltag, die Ernährung und die Traditionen vieler Generationen.
Die Fischerei ist ein wichtiger Teil dieser Geschichte. Häfen, traditionelle Boote, Gerichte aus dem Fang des Tages und Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, zeigen, dass Mallorcas Verbindung zum Mittelmeer weit über einen Tag am Strand hinausgeht.
Genau darum geht es in unserer Reihe Local Stories: Wir möchten hinter die bekannten Bilder Mallorcas blicken und die Traditionen, Menschen und Geschichten entdecken, die die Insel geprägt haben. Dieses Mal führt uns die Geschichte ans Meer.

Eine Insel mit langer Fischereitradition
Über Jahrhunderte spielte die Fischerei für viele Küstengemeinden der Balearen eine wichtige Rolle. Fischer fuhren in kleinen Booten aufs Meer hinaus und richteten ihren Alltag nach dem Wetter, den Jahreszeiten und den jeweiligen Fischarten.
Zu wissen, wo man fischen musste, wann der richtige Zeitpunkt zum Auslaufen war oder was eine Veränderung des Windes bedeutete, war ein Wissen, das über viele Jahre erworben und innerhalb der Familien weitergegeben wurde.

Heute hat sich die Fischerei natürlich verändert, doch sie ist weiterhin ein wichtiger Teil der maritimen Identität Mallorcas. Bei sogenannten Pescatourismus-Ausflügen können Besucher sogar professionelle Fischer begleiten und ihren Arbeitsalltag auf dem Meer kennenlernen.
Der Llaüt – ein Symbol des Mittelmeers
Über Mallorcas Fischereigeschichte zu sprechen, ohne den Llaüt zu erwähnen, wäre kaum möglich.
Das traditionelle Boot der Balearen war über Generationen eng mit der Arbeit auf dem Meer verbunden. Seine unverwechselbare Form ist noch heute in vielen Häfen Mallorcas zu sehen und längst zu einem Symbol des maritimen Erbes der Inseln geworden.
Heute werden viele Llaüts für Ausflüge und Freizeitfahrten genutzt. Doch wenn sie neben den Fischerbooten im Hafen liegen, erinnern sie daran, dass sie ursprünglich vor allem eines waren: Arbeitsboote, die perfekt an das Leben auf dem Mittelmeer angepasst waren.

Eine Fahrt mit einem Llaüt gehört für uns noch immer zu den schönsten Möglichkeiten, Mallorcas Küste kennenzulernen. Das Tempo ist langsamer, die Perspektive eine andere und die enge Verbindung zwischen Insel und Meer wird unmittelbar spürbar.
Colònia de Sant Jordi und das Meer
Ganz in der Nähe des Ca’n Bonico liegt Colònia de Sant Jordi, wo Mallorcas maritime Vergangenheit bis heute sichtbar ist.
Der Hafen blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Antike reicht. Heute teilen sich Fischerei und Freizeitschifffahrt den Hafen, der weiterhin über einen Fischereikai und eine Fischervereinigung verfügt. Von hier starten außerdem die Schiffe nach Cabrera, rund zehn Seemeilen vor der Südküste Mallorcas.

Bei einem Spaziergang durch den Hafen lernt man eine andere Seite von Colònia de Sant Jordi kennen. Boote, Fischereiausrüstung und das tägliche Treiben erinnern daran, dass dieser Ort weit mehr ist als ein Urlaubsziel mit schönen Stränden.
Vom Meer auf den Teller
Auch die mallorquinische Küche wurde stark von der Fischerei geprägt.
Über Generationen hinweg wurde mit dem gekocht, was das Meer gerade hergab. Felsenfische, Tintenfisch, Sepia und andere mediterrane Arten fanden ihren Platz in einfachen Gerichten, bei denen das Produkt selbst im Mittelpunkt stand.
Diese Verbindung ist bis heute in vielen Restaurants und Küstenorten Mallorcas zu spüren. Lokalen Fisch zu bestellen, nach dem Fang des Tages zu fragen und saisonale Arten zu probieren, ist eine weitere Möglichkeit, die Insel und ihre kulinarischen Traditionen kennenzulernen.

Eine Tradition im Wandel
Die Fischerei auf Mallorca hat sich verändert – genau wie die Insel selbst. Boote und Techniken haben sich weiterentwickelt, Vorschriften wurden angepasst und der Schutz des Mittelmeers spielt heute eine immer wichtigere Rolle, wenn es um die Zukunft der Fischerei geht.
Dennoch gibt es weiterhin Boote, Handgriffe, Begriffe und eine besondere Art, das Meer zu verstehen, die das heutige Mallorca mit früheren Generationen verbindet.
Genau diese Geschichten möchten wir mit unseren Local Stories erzählen: ein Mallorca, das nicht immer auf Postkarten zu sehen ist, aber bis heute lebendig geblieben ist.
Das authentische Mallorca vom Ca’n Bonico aus entdecken
Von unserem Hotel in Ses Salines ist das Mittelmeer immer ganz nah.
Besuchen Sie den Hafen von Colònia de Sant Jordi, entdecken Sie die Küste an Bord eines traditionellen Llaüt oder genießen Sie einfach frisch zubereiteten Fisch mit Blick aufs Meer.
Danach kehren Sie ins Ca’n Bonico zurück, das sich im ältesten Gebäude von Ses Salines befindet, und entdecken dort ein weiteres Kapitel mallorquinischer Geschichte.
Denn Mallorca kennenzulernen bedeutet auch, die Traditionen zu verstehen, die das Leben auf der Insel bis heute prägen.
