Mallorca lässt sich im Herbst auch auf eine andere Art entdecken: über seine Küche. Wenn die heißesten Monate vorbei sind, bekommen wärmende Gerichte wieder ihren besonderen Reiz. Auf den Märkten zeigt sich der Wechsel der Jahreszeit, und Zutaten, die eng mit der Landschaft der Insel verbunden sind, rücken in den Mittelpunkt.
Die mallorquinische Küche folgt seit jeher dem Rhythmus der Natur und dem landwirtschaftlichen Kalender. Olivenöl, Gemüse, Mandeln, Pilze und traditionelle Wurstwaren erzählen Geschichten, die weit über das hinausgehen, was schließlich auf dem Teller liegt.
Wer Mallorca im Herbst besucht, sollte sich diese Aromen nicht entgehen lassen.
Saisonale Zutaten: von Pilzen bis zu Olivenöl
Mit dem Herbst verändert sich auch die Auswahl an Zutaten in den mallorquinischen Küchen. Wenn Wetter und Niederschläge stimmen, gehören Wildpilze, insbesondere die auf Mallorca als esclata-sangs bekannten Reizker, zu den geschätzten Spezialitäten der Saison. Ihr Vorkommen hängt von den Regenfällen und den Bedingungen im Wald ab. Deshalb kann sich das Angebot auf Märkten und Speisekarten von Jahr zu Jahr unterscheiden.

Auch die Welt des Olivenöls ist jetzt besonders interessant. In den Olivenanbaugebieten der Serra de Tramuntana gehören die Ernte und die Herstellung von Öl seit Jahrhunderten zur landwirtschaftlichen Tradition. Wer frisch gepresstes Öl probieren kann, entdeckt häufig grüne Aromen, eine fruchtige Note und manchmal eine angenehm pfeffrige Schärfe im Abgang.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Inselküche ist die mallorquinische Mandel. Sie findet sich in zahlreichen süßen und herzhaften Rezepten wieder und zeigt, wie aus einer einfachen Zutat ein fester Bestandteil der kulinarischen Identität einer Insel werden kann.
Traditionelle Gerichte für kühlere Tage
Wenn die Temperaturen sinken, bekommen traditionelle Rezepte, die Geschmack, Geschichte und regionale Zutaten verbinden, einen besonderen Platz auf dem Speiseplan.
Ein schönes Beispiel sind die Sopes mallorquines. Trotz ihres Namens handelt es sich normalerweise nicht um eine flüssige Suppe, sondern um ein Gericht aus dünnen Scheiben dunklen Landbrots, die einen kräftigen Gemüsefond aufnehmen. Je nach Rezept und Saison kommen Kohl, Mangold, Zwiebeln, Tomaten und weiteres Gemüse hinzu. Das Gericht verkörpert ein wichtiges Prinzip der traditionellen mallorquinischen Küche: möglichst viel von dem zu verwenden, was Garten und Feld gerade hergeben.

Ebenfalls empfehlenswert ist Arròs brut, ein würziges Reisgericht, das häufig mit Fleisch und Gemüse zubereitet wird. Wenn saisonal verfügbar, können auch Pilze dazugehören. Jede Familie und jedes Restaurant hat seine eigene Variante – genau das macht den Reiz aus.
Die Sobrasada de Mallorca, die durch eine geschützte geografische Angabe geschützt ist, gehört ebenfalls zur kulinarischen Tradition der Insel. Die Streichwurst aus Schweinefleisch und Paprika schmeckt auf Brot und verleiht vielen traditionellen Gerichten eine intensive Würze.
Süße Traditionen von Mallorca
Auch die mallorquinische Backkunst verdient einen Platz auf jeder kulinarischen Entdeckungsreise.
Der Gató d’ametlla, ein Kuchen, der hauptsächlich aus Mandeln und Eiern besteht, ist ein Klassiker der Insel. Häufig wird er mit Eis serviert, besonders gern mit Mandeleis. Sein Geschmack zeigt, welche Bedeutung Mandeln in der kulinarischen Geschichte Mallorcas haben.
Und natürlich darf die Ensaimada nicht fehlen. Sie gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Insel und wird das ganze Jahr über genossen. Eine traditionelle Bäckerei zu besuchen und eine Ensaimada mit einem Kaffee zu probieren, ist eines dieser einfachen Vergnügen, für die es keinen besonderen Anlass braucht.

Wo lässt sich Mallorcas Esskultur entdecken?
Wer die lokale Küche kennenlernen möchte, sollte über die städtischen Märkte schlendern, traditionelle Bäckereien besuchen und nach Restaurants Ausschau halten, die mit saisonalen Zutaten arbeiten. Eine Frage nach dem Tagesgericht oder der Spezialität des Hauses führt oft zu Gerichten, die nicht auf jeder touristisch ausgerichteten Speisekarte zu finden sind.
Im Süden Mallorcas ist Ses Salines ein schöner Ausgangspunkt, um die Verbindung zwischen Küche und Landschaft kennenzulernen. Die Umgebung verbindet ländliche Landschaften, landwirtschaftliche Traditionen und eine lokale Kultur, die dazu einlädt, die Insel jenseits der Küste zu entdecken.
Mallorca mit allen Sinnen genießen
Im Ca’n Bonico sind wir überzeugt, dass man einen Ort auch am Esstisch kennenlernt. Sich Zeit für eine Mahlzeit zu nehmen, eine regionale Zutat zu probieren oder ein traditionelles Rezept zu entdecken, gehört zum Reiseerlebnis dazu.
Denn der Herbst auf Mallorca lässt sich nicht nur auf Spaziergängen durch die Landschaft entdecken. Er zeigt sich auch in saisonalen Produkten, charakteristischen Aromen und Rezepten, die die Insel bis heute mit ihrer Geschichte verbinden.
